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Boots aus Pastores

Hier eine Kurznachricht außerhalb der „normalen“ Berichte 🙂

Nach gut sechs Monaten wurde es langsam Zeit, dass wir uns neues bzw. alternatives Schuhwerk zulegen. Und wir sprechen nicht von Flipflops; davon haben wir in Asien schon einige Paare durchgelaufen 🙂 Also haben wir uns aufgemacht und den lokalen Markt in Antigua durchforstet. Schon nach kurzer Zeit hat sich allerdings herausgestellt, dass es für Judith kein Problem wäre hier passende Schuhe zu finden – aber Michi kriegt hier nichts… Der guatemaltekische Männerfuß hat anscheinend durchschnittlich Größe 38/39, wenn man Glück hat findet man etwas in 42. Das reicht leider nicht. Also doch auf in die Stadt in die normalen Schuhgeschäfte, doch auch dort das Gleiche – nichts für Michi dabei. Erfolglos mussten wir wieder abziehen.

Ein paar Tage später: Jeder in Antigua, bzw. jeder der auch tatsächlich in Antigua wohnt, hat uns dazu geraten nach Pastores zu fahren. Ein kleiner Ort nicht weit weg von Antigua, der komplett spezialisiert ist auf Lederschuhe. Speziell auch auf Maßanfertigungen. Aus Guatemala selbst fahren die Leute hierher um sich Schuhe machen zu lassen.

Gesagt getan, hinfahren und ausprobieren. Und tatsächlich – im ganzen Ort reihen sich die kleinen Schuhläden aneinander. Boots, Stiefel, Cowboystiefel…. Ein Insidertipp führte uns in die kleine Werkstatt von Hanna und ihrem Mann. Und naja, lange Rede großer Schuh – wir sind jetzt stolze Besitzer zweier wunderbarer, in Handarbeit maßgefertigten Lederboots!

Normalerweise machen wir keine Werbung. Wer auch in den Genuss kommen möchte, kann hier vorbeischauen http://www.teysha.is Wer selbst im Shop in Pastores vorbeifährt spart allerdings eine ganze Ecke 😉

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La Antigua Guatemala

antigua62Nachdem wir ziemlich genau sechs Monate in Südostasien unterwegs gewesen sind, war es Zeit für uns den Kontinent zu wechseln. Auf ging es nach Mittelamerika!

Den ursprünglichen Plan in Uruguay zu starten hatten wir nach einiger Recherche wieder aufgegeben. Die Flüge von Asien aus waren einfach so unglaublich teuer. Also haben wir uns stattdessen in einen Flieger Richtung Guatemala gesetzt. Statt von Süden nach Norden zu reisen, machen wir es jetzt einfach umgekehrt 🙂

antigua63Nach gut dreißig Stunden Flug mit vier verschiedenen Flügen sind wir am 12. Januar endlich in Guatemala City gelandet, Guatemalas Hauptstadt. Aus dem Flugzeug betrachtet, sieht Guatemala City aus wie eine große Stadt, welche inmitten von Bergen und sogar Schluchten aufgebaut wurde. Im Vorfeld haben wir immer wieder gelesen und gehört, dass die Stadt selbst nicht die beste Stadt ist, um in Guatemala Zeit zu verbringen. Wir sind daher direkt weitergefahren nach La Antigua Guatemala („Das alte Guatemala“), kurz Antigua.

In der ersten Woche haben wir uns erst einmal eingelebt und von unserem Jetlag erholt. Erstaunlich wie ruhig die Stadt morgens um fünf ist 😉 Antigua ist eines der touristischen Zentren in Guatemala und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt wurde, wie auch weitere Teile Guatemalas, im Laufe der Zeit immer wieder von Erdbeben erschüttert. In der ganzen Stadt sind noch Ruinen zu sehen, teilweise aufgebaut. Die Stadt selbst wird geprägt durch den kolonialen Baustil, viele barocke Kirchen und besonders im geschützten Stadtzentrum viele alte Häuser. Insgesamt sehr schön und erinnert schon fast an eine Museumsstadt. An den Anblick von vergitterten Fenstern und Türen, sowie zahlreichen privaten Sicherheitspersonal, teils schwer bewaffnet, mussten wir uns allerdings erst einmal gewöhnen. Das ist hier nun einmal so, auch wenn es gerade in Antigua recht sicher ist; aus Asien kannten wir das halt einfach nicht, aus Deutschland schon gar nicht 🙂

In Sichtweite Antiguas liegen drei Vulkane. Der Volcán de Agua mit gut 3700 Meter, der Volcán Acatenango mit knapp 3780 Meter und der aktuell aktive Volcán de Fuego mit 3760 Metern. Von der Stadt aus kann man immer wieder die Rauchwolken vom Fuego aufsteigen sehen, angeblich hört man ihn auch nachts grummeln – wir konnten allerdings nichts hören 😉 Den Acatenango kann man in einer mehrstündigen Tour hochklettern, das steht noch auf unserer Liste wenn wir in ein paar Tagen noch einmal nach Antigua zurückkehren.

Unser Hauptanliegen in Antigua war es, ein bisschen Spanisch zu lernen. Ein paar Spanischkentnisse erleichtern das Reisen in Mittel- und Südamerika ungemein. Englisch ist nicht unbedingt verbreitet und Deutsch sowieso nicht 😉 In Antigua gibt es sehr viele gute und vergleichsweise günstige Sprachschulen. Viele Leute aus den USA kommen zum Beispiel hier her um Spanischunterricht zu nehmen. So wie in Europa viele dazu nach Spanien reisen 🙂 Wir haben uns eine Schule ausgesucht und erst einmal eine Woche Unterricht zu zweit sowie Unterkunft bei einer Familie innerhalb von Antigua gebucht. Eine Woche lang hieß es dann morgens vier Stunden Unterricht zu zweit mit einer Lehrerin und Nachmittags nochmal wiederholen damit nicht alles direkt wieder weg ist. Da wir beide noch völlig ohne Spanischkenntnisse gewesen sind, war das gar nicht so einfach – unglaublich viele Vokabeln und Verben auf einen Schlag 😀 Wir haben dann noch eine zweite Woche drangehängt und sind für diese Woche direkt in das Haus unserer Gastfamilie gezogen. Die erste Woche waren wir in einem anderen Haus von der Familie untergebracht und hatten immer nur während der Mahlzeiten Kontakt mit den Familienmitgliedern. Das war insgesamt nicht so wirklich gemütlich und auch zum Üben einer Fremdsprache nicht gut geeignet. In der zweiten Woche hat es dann auch schon viel besser geklappt. Auch wenn wir in unserem Vokabular noch arg eingeschränkt sind und sicherlich einige Fehler machen 😉 Doch wenn die Leute nicht gerade unglaublich schnell sprechen, was sie sehr gerne machen, dann klappt immerhin das Verstehen recht gut. Wir werden im Laufe der weiteren Reise sicherlich noch einmal weiteren Unterricht anhängen, zwei Wochen sind noch nicht so viel.

Bei unseren Recherchen zu unserer weiteren Reise, haben wir feststellen müssen, dass hier das Reisen nicht mehr ganz so einfach ist wie in Asien. Ein Schienennetz existiert meist nicht, das Reisen mit einem der sogenannten Chickenbusses ist zwar günstig und interessant – mit zwei großen Backpacks und überhaupt einer Körpergröße die über dem hiesigen Durchschnitt liegt allerdings auf Dauer recht unbequem (armer Michi). Und Fliegen ist zwar bequem und schnell, jedoch teurer. Also haben wir hin und her überlegt, auf der einen Seite wollen wir sicher und günstig reisen, auf der anderen Seite auch etwas von Land und Leuten sehen. Relativ schnell ist Michi darauf gestoßen, dass viele Leute mit dem Auto fahren. Ob es nun nur in Mittelamerika ist, oder sogar bis runter nach Südamerika. Fährt man nur tagsüber und benutzt im Allgemeinen seinen gesunden Menschenverstand, dann ist es eine sicherer Art zu reisen. Das klang nicht schlecht – Mietwagen für mehrere Länder ist nur schwer zu bekommen und sehr teuer. Aus Spaß haben wir einfach angefangen nach Gebrauchtwagen zum Kaufen Ausschau zu halten. Durch Zufall sind wir dann auf einen netten Cafébesitzer und seinen unglaublich hilfsbereiten Vater gestoßen. Der uns schließlich einiges zum Autokauf hier erklären konnte zum Papierkram der erledigt werden muss und uns tatsächlich insgesamt drei verschiedene Autos zum Verkauf von Bekannten und Freunden der Bekannten dessen Cousins etc. zeigen konnte 😉

Die ersten beiden Autos nunja, bezeichnen wir sie mal als noch fahrtüchtige kleine Pickups 😀 Ein sicheres Fahrgefühl sieht jedoch anders aus… Beim dritten Auto hatten wir dann so wie es aussieht unglaubliches Glück. Der Besitzer ist ein Deutscher, der vor gut sechs Jahren nach Guatemala ausgewandert ist. Das erleichtert die Kommunikation natürlich unglaublich. Und der Wagen ist für sein Alter in einem guten Zustand.

Für die kleinen Autoversteher hier ein paar Details zu diesem fahrendem Wohnzimmer 😉
Chevrolet Suburban Silverado 1500 Baujahr 1992, 5.7 Liter V8 Motor. 5,56 Meter lang, 1,96 Meter breit und 1,90 Meter hoch; ein Monster von Auto. Dazu noch nagelneue Geländereifen – alles was man auf den Straßen hier benötigt für einen guten Preis 🙂

Für unser Vorhaben genau das richtige Auto! Seit drei Tagen sind wir auf einer Testfahrt unterwegs um den Lago de Atitlán, die perfekte Strecke um ein Fahrgefühl zu bekommen und doch noch eventuelle Macken des Autos aufzuspüren bevor der ganze Papierkram erledigt wird. Bisher klappt alles super, vom See selbst erzählen wir in unserem nächsten Bericht 🙂