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Omoa und Tela

Mit gepackten Sachen haben wir uns aufgemacht nach Honduras. Der Grenzübertritt im Norden war einfacher als wir gedacht hatten. Ein honduranischer Einreisestempel wird in den Pass gepappt, ein paar Dollar hinblättern für Ausreise, Einreise und fürs Auto – und schon fertig und wir rollen Richtung Karibikküste über Stock, Stein und interessante Brücken.

omoa01Erstes Ziel war Omoa, ein kleiner Strandort der bei einheimischen Touristen sehr beliebt ist. Als wir am Sonntagnachmittag ankamen war es rappelvoll im Ort. Schöner kleiner Strand, ein Steg von dem man ins herrlich warme Karibikmeer springen kann, ein paar Hotels und Restaurants – das ist es dann auch schon. Es war eine fröhliche und lockere Atmosphäre. Abends hat sich der Ort dann recht schnell geleert, die Wochenendgäste sind wieder abgereist.

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Wir haben uns am nächsten Tag aufgemacht und sind weiter gefahren nach Tela. Tela liegt ebenfalls an der Karibikküste und ist größer als Omoa. Auch hier kommen die meisten Gäste am Wochenende, so dass wir unter der Woche den Strand fast für uns hatten und recht einfach ein günstiges Appartement gefunden haben. Riesig und sogar mit eigener komplett ausgestatteter Küche! Endlich mal wieder selber kochen🙂

Tela selbst ist uns jetzt nicht als etwas Besonderes in Erinnerung geblieben. Halt ein kleiner Ort mit Hotels, Markt und sogar einem Touristen Büro🙂 Den unglaublichen Charme von dem wir vorher gelesen hatten, haben wir jedenfalls nicht gefunden. Macht aber nichts, ist ja trotzdem schön😉

Ganz in der Nähe kann man einen Nationalpark besuchen, allerdings ist das ohne eine Tour nicht so einfach. Und die war uns einfach zu teuer. Wir sind dann lieber in den zweitgrößten botanischen Garten der Welt gefahren, den „Jardin Botánico Lancetilla“. Hier sind wir zunächst durch einen kleinen Wald gewandert und standen dann in einem Bambuswald mit riesigen Bambuspflanzen! Dem Fluss folgend sind wir hier noch auf eine abenteuerliche Hängebrücke gestoßen. Hat gehalten🙂 Kurze Rast am Fluss und wir sind zurück in den Bambuswald zu einer kleinen Lagune an der man im Fluss auch baden kann. Das Wasser ist superklar und erfrischend kalt. Eine willkommene Abkühlung nach den paar Stunden herumlaufen. Alles sehr schön, der Eintrittspreis für nicht Einheimische von satten acht Dollar pro Nase ist unserer Meinung nach jedoch zu hoch. Auch wenn es sich um den zweitgrößten botanischen Garten der Welt handelt🙂

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Tikal

Sind wir in Guatemala, dann schauen wir uns natürlich die Mayakultur an. Das geht in Guatemala am besten in Tikal, im Nordosten des Landes. Wir haben uns auf den Weg gemacht über die Berge in Cobán – die etwas längere, dafür aber auch interessantere Strecke. Eine Nacht haben wir mitten in den Bergen verbracht, zwei weitere im verregneten Cobán. Wo wir zufällig auf jemanden stießen, der uns supernett zu ein paar wirklich günstigen und guten Reparaturen am Auto verholfen hat die das Fahren angenehmer machen.

tikal45Tikal selbst liegt mitten in einem Nationalpark, umgeben von Dschungel. Wir haben uns zwei Nächte in einem der Hotels im Park gegönnt, um so viele Eindrücke wie möglich mitzunehmen.

Ein bisschen Geschichte: 1848 wurde Tikal entdeckt, 1955 für die Öffentlichkeit geöffnet und schließlich 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Das Gelände erstreckt sich durch den Dschungel und lässt sich unserer Meinung nach gut in einem Tag erkunden. Ein Tuktuk wie zum Beispiel in Angkor Wat benötigt man jedenfalls nicht; es wird aber tatsächlich sogar ein kleiner Bus angeboten der vom Eingang zum größten Platz fährt…

Wir sind Spätnachmittags angekommen, so dass wir mit der Eintrittskarte auch direkt am nächsten Tag starten konnten. Abends sind wir noch kurz zur Gran Plaza gegangen, der größte und wichtigste Platz in Tikal an dem mehr als 1000 Jahre gebaut wurde. Auf dem Rückweg ist am Wegesrand auch direkt eine Gruppe Nasenbären aufgetaucht, das erste Mal🙂

Am nächsten Morgen sind wir um kurz vor 5 aufgestanden, um den Sonnenaufgang von einem der Tempel aus zu beobachten. Am Eingang vom Park wollte man uns zunächst nicht rein lassen, da wir ohne die (teure) Gruppenführung kamen und der Park offiziell noch nicht geöffnet war (eigentlich waren wir ja schon im Park – verwirrend). Nach ein bisschen hin und her kamen wir dann aber doch hinein gekommen und im Halbdunkeln zum Tempel V gegangen. Begleitet vom Gebrüll der aufwachenden Brüllaffen. Oben auf dem Tempel saßen einige Leute, rundherum noch alles im Nebel. Der hat sich dann leider auch hartnäckig gehalten, so dass wir den Sonnenaufgang nicht bewundern konnten. Beeindruckend war es trotzdem, vor allem wegen der ganzen Tiergeräusche um einen herum. Gesehen haben wir allerdings nur ein paar neugierige Vögel und einen großen Tukan🙂 Später am Tag war die Aussicht super.

Dann haben wir uns aufgemacht Tikal zu erkunden. Wie schon geschrieben, es lässt sich alles gut zu Fuß ablaufen. Die Tempel sind schon sehr beeindruckend, gerade wenn man bedenkt dass nur einige wenige hundert Jahre AD erbaut wurden. Uns haben sie teilweise an kleine Raumschiffe aus Stein erinnert, gerade weil sie sehr geometrisch gebaut sind🙂

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Etwas abseits der großen Wege, die nur zu bestimmten Anlagen führen, konnten wir oft die Tempel ganz alleine erforschen und uns begegneten auch noch weitere Tiere. Familie Nasenbär ist uns dreimal oder viermal über den Weg gelaufen, einer spazierte auch vor unserem Zimmer herum. Daneben noch jede Menge Vögel, vor allem die kleinen aber lautstarken grünen Sittiche, Spider Monkeys, jede Menge Blattschneideameisen und die kleinen Pacas (die aussehen wie wilde Riesenmeerschweinchen) und wilde Truthähne.

Mit platten Füßen sind wir schließlich abends ins Bett gefallen. Es hat sich gelohnt🙂

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Volcán de Pacaya

Mittelamerika ist das Land der Vulkane. Da muss man früher oder später auch mal einen Ausflug auf einen Vulkan unternehmen.

Wir haben uns den Volcán de Pacaya ausgesucht. Der Pacaya zählt zu den aktivsten Vulkanen, auch wenn aktuell eher der Volcán de Fuego aktiv mit Aschewolken um sich wirft. Das Gebiet rund um den Pacaya und der Vulkan selbst wurde mittlerweile zu einem Nationalpark erklärt. Und da wir beide eher nicht so auf geführte Touren stehen, haben wir uns selbst aufgemacht den Gipfel zu erklimmen.

Unten am Vulkan angekommen muss erst einmal Eintritt bezahlt werden🙂 Und wir wurden von zahlreichen lokalen „Vulkanführern“, mit und ohne Pferdetaxi, empfangen, die versucht haben auf uns einzureden, dass es nicht möglich sei ohne Führung auf den Vulkan zu steigen. Das stimmt allerdings so nicht, man muss sich nur konsequent durch die Leute drängeln, freundlich die Führung ablehnen und schon kann man super allein los laufen.

pacaya04Mit gut 2500 Metern sind hier einige Höhenmeter zu erklimmen. Gerade am Anfang war das gar nicht so einfach. Der Weg nach oben ist super ausgeschildert und eigentlich nicht zu verfehlen. Es sind immer mal wieder einheimische Führer an uns vorbei gejoggt, meist mit Pferd und darauf ein Tourist im Schlepptau. Die hatten auf jeden Fall ein höheres Tempo drauf als wir, aber die machen das ja auch jeden Tag🙂 Und Pferd ist schummeln😉

Es ging durch Wald und Staub immer weiter nach oben. Zu unseren Füßen waren immer mehr und mehr Lavastücke zu sehen. Weiter oben werden die Bäume kleiner und der Wind heftiger. Nicht weit unter dem Gipfel hört die Vegetation dann auf einmal auf und wir sind durch staubige lose Asche- und Lavafelder gestapft. Bis wir dann auf einem Hügel standen, uns der Wind um die Ohren pfiff und wir auf eine Art Mondlandschaft blickten. Weiter oben der Gipfel, an diesem Tag leider in Wolken gehüllt. Erst einmal Pause machen, gut dass wir unsere Jacken mitgenommen hatten🙂

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Von hier aus ging es dann durch die Mondlandschaft weiter. Überall Geröll, scharfe Kanten und Spalten aus denen warme Luft und ein Geruch wie aus dem Chemieunterricht strömt. Dazwischen gibt es ein paar ausgetretene Pfade. Bis auf den Gipfel an den Kraterrand kann man aktuell aus Sicherheitsgründen nicht klettern. Man kann jedoch das Lavageröllfeld an der Flanke des Vulkans auf den Pfaden durchqueren. Kurz nachdem wir uns aufgemacht hatten kamen dichte Wolken auf, so dass wir ab da keine Weitsicht mehr hatten. Das hat der ganzen Szenerie nochmal irgendwie etwas Surreales gegeben, sehr beeindruckend.

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Durch das Geröll sind wir etwas weiter nach unten dann auf das jüngste Lavafeld gestoßen. Hier kann man über ein paar gebuddelten Löchern Würstchen oder Marshmellows in der Vulkanwärme rösten. Wir hatten uns schon im Vorfeld mit Marshmellows ausgerüstet🙂

Auf der anderen Seite des Feldes sind wir wieder einen Hügel hinauf geklettert. Um dann wieder von dieser Seite des Vulkans zum Pfad den wir empor gekommen sind zurück zu wandern. Auch wenn wir oben mitten in den Wolken standen und dadurch den Krater gar nicht zu sehen bekamen, ein wirklich schöner erster Vulkanausflug. Wir sind gerüstet für weitere🙂

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Kurztrip Monterrico

Recht spontan hatten wir uns für einen Kurztrip nach Monterrico aufgemacht. Mal wieder ein bisschen Meeresluft schnuppern. Monterrico liegt relativ weit im Süden an der Pazifikküste von Guatemala.

monterrico19Auf der Fahrt dorthin ändert sich das Klima enorm. Wir fuhren durch die eher kühlen und zu der Zeit auch etwas nebeligen Berge, langsam wurden die Berge flacher und die Temperaturen stiegen. Bis wir schließlich im flachen Land angekommen waren, wo endlose Zuckerrohrfelder stehen; Zuckerrohr wird hier mit abenteuerlichen Trucks durch die Gegend gefahren… Und schon war es superwarm🙂

Bis nach Monterrico fuhren wir auf einer kleinen Straße durch verschiedene Dörfer; links Zuckerrohr und Mangrovensümpfe, rechts ein schmaler Küstenstreifen und dahinter der Pazifik.

Am Ende von Monterrico fanden wir einen kleinen Bungalow in einem Hotel – das wir mitten unter der Woche ganz für uns allein hatten (am Wochenende ist im Ort wohl Partyzeit). Und direkt hinter dem Hotel – der Pazifik! Wellen und endloser schwarzer Strand, mit nur wenigen anderen Touristen. Schwimmen ist hier zwar durch den kräftigen Wellengang etwas schwierig, das Wasser ist auch ein bisschen frisch. Doch auch einfach nur durch den Sand laufen und den Pelikanen beim Segelflug zuschauen ist super.

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Wer hier etwas mehr Zeit mitbringt, kann Ausflüge in die Mangrovensümpfe unternehmen oder auf dem Meer nach Walen Ausschau halten. Ab August können kleine Meeresschildkröten beim Schlüpfen am Strand beobachtet werden.

Boots aus Pastores

Hier eine Kurznachricht außerhalb der „normalen“ Berichte🙂

Nach gut sechs Monaten wurde es langsam Zeit, dass wir uns neues bzw. alternatives Schuhwerk zulegen. Und wir sprechen nicht von Flipflops; davon haben wir in Asien schon einige Paare durchgelaufen🙂 Also haben wir uns aufgemacht und den lokalen Markt in Antigua durchforstet. Schon nach kurzer Zeit hat sich allerdings herausgestellt, dass es für Judith kein Problem wäre hier passende Schuhe zu finden – aber Michi kriegt hier nichts… Der guatemaltekische Männerfuß hat anscheinend durchschnittlich Größe 38/39, wenn man Glück hat findet man etwas in 42. Das reicht leider nicht. Also doch auf in die Stadt in die normalen Schuhgeschäfte, doch auch dort das Gleiche – nichts für Michi dabei. Erfolglos mussten wir wieder abziehen.

Ein paar Tage später: Jeder in Antigua, bzw. jeder der auch tatsächlich in Antigua wohnt, hat uns dazu geraten nach Pastores zu fahren. Ein kleiner Ort nicht weit weg von Antigua, der komplett spezialisiert ist auf Lederschuhe. Speziell auch auf Maßanfertigungen. Aus Guatemala selbst fahren die Leute hierher um sich Schuhe machen zu lassen.

Gesagt getan, hinfahren und ausprobieren. Und tatsächlich – im ganzen Ort reihen sich die kleinen Schuhläden aneinander. Boots, Stiefel, Cowboystiefel…. Ein Insidertipp führte uns in die kleine Werkstatt von Hanna und ihrem Mann. Und naja, lange Rede großer Schuh – wir sind jetzt stolze Besitzer zweier wunderbarer, in Handarbeit maßgefertigten Lederboots!

Normalerweise machen wir keine Werbung. Wer auch in den Genuss kommen möchte, kann hier vorbeischauen http://www.teysha.is Wer selbst im Shop in Pastores vorbeifährt spart allerdings eine ganze Ecke😉